Infomobil

Wer steht hinter dem Projekt und was macht das Projekt? Das Projekt “Infomobil Sportallee” wurde im September 2009 von Aktivist_innen des Café Exils gegründet, um Flüchtlinge und andere Migrant_innen bei der Durchsetzung ihrer Rechte zu unterstützen. In den Jahren 2006 – 2008 wurde die Abteilung E33 der Hamburger Ausländerbehörde neu gegründet. In dieser wurden die zentrale Erstaufnahme (ZAE) und die Abteilung für den Vollzug von Abschiebungen, Zurückschiebungen und Verbringung, einschließlich Haft, zusammengefasst. Um größt mögliche Isolation von Beratungsangeboten und Öffentlichkeit herzustellen, brachte Hamburg diese Abteilung in der Sportallee 70, in Fuhlsbüttel unter. Nach einigen Begleitungen aus dem Café Exil wurde uns schnell klar, das wir vor Ort (also vor der Sportallee) einen Raum zum beraten bräuchten. Aus Mangel an bezahlbaren und freien Büroräumen entschieden wir uns ein „altes“ Wohnmobil zum Zwecke der Beratung zu kaufen – das „Infomobil Sportallee“. Das Infomobil bot vor Ort Beratung und unabhängige Informationen rund um die Erstaufnahme und das System des Ankommens in Hamburg, sowie die Begleitung zu Terminen an. Damit wurde, einmal die Woche, ein Ort geschaffen, an dem Menschen sich über ihre Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig und mit unserer Unterstützung auf den kommenden Behördengang beraten und vorbereiten konnten. Wir versuchten die Situation in der Sportallee, teils mit Erfolg, öffentlich zu machen, um das diskriminierende und rassistische Asylsystem der BRD anzugreifen. Nach ca. eineinhalb Jahren regelmäßiger Beratungsarbeit vor der Sportallee, orientierte sich die Projektgruppe des Café Exils in ihrem Themenschwerpunkt neu. Vor allem durch die Anfragen von ehemaligen und damaligen minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen beschlossen wir uns mit der Situation im KJND zu beschäftigen. Ende September 2010 bekam der Kinder- und Jugendnotdienst (KJND), durch einen Beschluss der Behörde für Inneres und Sport (BfI; heute: BIS) und der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG; heute: BASFI und BGV) auf Wunsch der Grüne Alternative Liste (GAL), in Hamburg die Zuständigkeit für die Erstaufnahme von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen. Die Erstaufnahme fängt für die Jugendlichen mit einem Erstgespräch im KJND an. In diesem wird zu allererst die Richtigkeit des angegebenen Alters angezweifelt. Diese Alterseinschätzung passiert nahezu willkürlich und führt häufig dazu, dass Minderjährige volljährig gemacht werden. Die Folge ist eine komplette Aberkennung ihrer Rechte als Minderjährige. Des Weiteren werden die Angaben aus dem Erstgespräch, die auch Fragen zum Reiseweg und Fluchtgründen beinhalten, mitunter an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weitergegeben und im folgenden Asylverfahren verwertet. Die Weitergabe der vertraulichen Daten aus dem Erstgespräch an andere Behörden ist rechtswidrig. Das Misstrauen, welches diesem Erstgespräch, um nicht zu sagen Verhör, zu Grunde liegt, steht im massiven Gegensatz zum Versorgungsauftrag, den der KJND eigentlich hat. Gleichzeitig steht dies der Idee entgegen, einen Schutzraum für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Dieser Widersprüchlichkeit wollen wir durch Beratung der Jugendlichen und Öffentlichkeitsarbeit entgegentreten. Wir sind ein politisches Projekt. Die Beratungsarbeit stellt für uns einen Akt praktischer Solidarität dar. Neben der Beratungsarbeit ist unser Ziel, auf verschiedenen anderen Wegen die rassistische Migrationspolitik in Deutschland und Europa zu bekämpfen. Das Projekt steht allen offen, die unser antirassistisches Selbstverständnis teilen.

Was das Infomobil macht, erklärt im März 2015 von TIDE TV

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Kontakt

Café Exil

Hammer Straße 10
22041 Hamburg
Tel: 040 23 68 216 oder
040 88 23 86 82
Fax: 040 63 67 31 02
Öffnungszeiten:
Mo, Di 8-14h
Do 15:30-18h
Fr: 9-13h nur für FRAUEN / women-only
Mi: geschlossen