20 Jahre praktische Solidarität mit Flüchtlingen und Migrant_innen

1995 wurde das Café Exil als Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen gegründet. Die Eröffnung gegenüber der zentralen Ausländerbehörde war eine Reaktion auf die faktische Abschaffung des Asylgrundrechts zu Beginn der 1990er Jahre. 20 Jahre später sind wir stolz, uns trotz Problemen unsere politische und finanzielle Unabhängigkeit bewahrt zu haben. Grund zur Freude gibt es aber wenig. Zum 20. Jahrestag stellen wir fest, dass die Missstände der Gründungsjahre gerade eine üble Wiederkehr erleben.2014 wurden wieder „sichere Herkunftsstaaten“ für die Abschottungsreflexe der BRD benutzt, ungeachtet dessen, dass Roma in den Westbalkanstaaten nachgewiesen schutzbedürftig ist. Aktuell werden die hohen Zugangszahlen zur Mehrheitsbeschaffung für eine weitere Aushöhlung des Asylrechts missbraucht, um ebenfalls Albanien, Kosovo und Montenegro realitätsfern zu solchen „sicheren Herkunftsländern“ zu deklarieren. Mit der Debatte zur Wiedereinführung des Sachleistungsprinzips und der Residenzpflicht bei längerer Verweildauer in Erstaufnahmelagern setzt die Regierung auf Maßnahmen, von denen sie selber weiß, dass sie menschenunwürdig sind.

Weiteres zu den Anfängen des Café Exils im Artikel der ak Nr. 574 vom 17.8.2012.

Café Exil

Hammer Straße 10
22041 Hamburg
Tel: 040 23 68 216 or
040 88 23 86 82
Fax: 040 63 67 31 02
opening hours:
mo, tu 8-14h
th 15:30-18h
fr: 9-13h women only
we: closed