Archive for the 'Café Exil' Category

ZEA Rahlstedt schließen – Hotels öffnen

Wohnungen für Alle!

Kundgebung vor der ZEA Rahlstedt, Bargkoppelstieg 14

Sonntag, 6. Juni ab 13:30 h
und jeden weiteren 1. Sonntag im Monat!

Wir protestieren dagegen, dass Geflüchtete in der ZEA im Bargkoppelstieg in Kompartments
ohne Decke, die sich in großen Sälen befinden, untergebracht werden. Auch in anderen Sammelunterkünften müssen Geflüchtete nahezu immer in Mehrbettzimmern leben.

Sie essen und nutzen Sanitäreinrichtungen gemeinsam und haben keine Möglichkeit, Abstand zu wahren und sich und ihre Liebsten vor Corona zu schützen. Insbesondere Frauen mit kleinen Kindern und Schwangere sowie Menschen mit gesundheitlichen Problemen müssen sofort in Hotels und Wohnungen untergebracht werden. Ihre Leben zählen!

Wir akzeptieren keine Politik, die Geflüchteten weniger Rechte zugesteht. Wir gehen nach Rahlstedt um ihnen unsere Solidarität zu zeigen und die Isolation zu durchbrechen.

Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung wie Innensenator Grote und Fördern&Wohnen müssen endlich handeln.

Bitte tragt bei der Kundgebung Masken und beachtet die geltenden Abstandsregeln

Wir brauchen eure finanzielle Unterstützung!

Seit unserem Umzug 2019 in die Hammer Straße bieten wir weiterhin unabhängige Unterstützung und Beratung für Menschen ohne langfristig gesicherten Aufenthalt – und dies direkt neben der Zentralen Ausländerbehörde in der Hammer Straße.Entry Cafe Exil

Dafür brauchen wir eure dauerhafte finanzielle Unterstützung.

Gerade in Zeiten wie der jetzigen Pandemie-Situation zeigt sich, dass Menschen ohne gesicherten Aufenthalt zu denen zählen, die am meisten von den Folgen der Pandemie betroffen sind. Eine Vielzahl an Beratungs- und Unterstützungsangeboten waren Pandemie-bedingt nur sehr eingeschränkt erreichbar oder haben ihr Angebot ganz eingestellt. Die Ausländerbehörde und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schieben währenddessen weiter ab. Asylverfahren finden ohne Beratung und Aufklärung statt.

Umso wichtiger ist es direkt neben der Zentralen Ausländerbehörde weiter vor Ort zu sein und unabhängige Beratung anbieten zu können. Mit Organisation und gutem Infektionsschutzplan ist es uns gelungen, während dieser komplizierten Zeit durchgehend weiterhin geöffnet zu sein.

Das Café Exil finanziert sich komplett durch private Spenden, da nur so politische Unabhängigkeit zu gewährleisten ist. Aus diesem Grund nehmen wir keine Spenden von Parteien, staatlichen Einrichtungen oder von ihnen finanzierten Stiftungen an. Gerade diese Institutionen sind für die derzeitige Politik der Ausgrenzung und Abschiebungen verantwortlich.

Von euren Spenden decken wir grundlegende Kosten für Miete, Strom, Wasser, Telefon, Getränke, welche unabdingbar für die Unterstützung unserer Gäste sind! Alle Aktivist*innen des Café Exils engagieren sich unentgeltlich.

Wenn ihr euch eine Dauerspende vorstellen könnt dann macht bitte Folgendes:Überweist bitte auf dieses Konto:
Empfänger: VVN/BdA
IBAN: DE58 200 50 550 12111 26 923
BIC: HASPDEHHXXX (Hamburger Sparkasse)
Stichwort: „Info-Café“ (wichtig für die Zuordnung der Spende!)

Bitte schreibt zusätzlich in den Verwendungszweck eure Adresse rein, das vereinfacht die Ausstellung von Spendenbescheinigungen – ab 200 Euro im Jahr, für alle anderen Beträge reicht dem Finanzamt ein Kontoauszug.

Und Bitte überlegt euch, ob ihr Euren Jahresbetrag in einer Summe überweisen könnt (statt z.B. monatlich 15 Euro = lieber 180 Euro auf einen Schlag für das ganze Jahr), das würde uns mehr Planungssicherheit geben.

Teilt uns auch gerne eure neue Dauerspende kurz schriftlich (cafe-exil@antira.info) mit, damit wir einen besseren Überblick behalten können.

Auch bei Fragen oder weiteren Ideen zur Finanzierung unserer neuen Räume meldet euch gerne unter cafe-exil@antira.info

Vielen, vielen Dank vorab!

Kundgebung Sonntag 02.05.2021 13:30 ZEA Rahlstedt

Diesen Sonntag meldet das Café Exil die monatliche Kundgebung an der ZEA Rahlstedt an. Zusammen mit Aktivist*innen der Gruppen @fraueNINAktionHH, @solistadthamburg, @seebrueckehamburg, dem Flüchtlingsrat Hamburg und der Glasmoorgruppe.
break isolation rahlstedt ist und bleibt wichtig – solange auch diese Stadt meint grundlegende Rechte nicht anwenden zu müssen und z.B. die unabhängige Beratung zum Asylverfahren einfach selbst abstempelt….
 
Kommt Sonntag ab 13:30 bis 16:00 mit Maske und solidarischem Abstand aber Lust auf Gespräche und Vernetzung, Austausch und bereit zur Unterstützung zum Barkoppelstieg 14.
Diesen Sonntag meldet das Café Exil die monatliche Kundgebung an der ZEA Rahlstedt an. Zusammen mit Aktivist*innen der Gruppen @fraueNINAktionHH, @solistadthamburg, @seebrueckehamburg, dem Flüchtlingsrat Hamburg und der Glasmoorgruppe.
break isolation rahlstedt ist und bleibt wichtig – solange auch diese Stadt meint grundlegende Rechte nicht anwenden zu müssen und z.B. die unabhängige Beratung zum Asylverfahren einfach selbst abstempelt….
 
Kommt Sonntag ab 13:30 bis 16:00 mit Maske und solidarischem Abstand aber Lust auf Gespräche und Vernetzung, Austausch und bereit zur Unterstützung zum Barkoppelstieg 14.

Herzliche Einladung zur Neueröffnungsfeier des Café Exil am 6. Juni

Endlich ist es geschafft!
Das Café Exil öffnet ab dem 3. Juni wieder in unmittelbarer Nähe der Ausländerbehörde in neuen Räumlichkeiten in der Hammer Straße 10 in 22401 Hamburg-Wandsbek.
Nach fast 25 Jahren unabhängiger Beratung und solidarischer Begleitung in der Spaldingstraße nähe des Hauptbahnhofs ziehen wir voller Energie um.
Wir freuen uns sehr wieder dichter bei der Behörde zu sein und unsere Gäste wieder spontaner und schneller mal eben zur Behörde begleiten zu können.
Und das wollen wir am Donnerstag, den 6.Juni, ab 16 Uhr mit euch feiern!!!!
Kommt gern vorbei, egal ob ihr uns schon lange kennt oder neugierig seid, euch vernetzen oder einfach mit uns freuen wollt.
Ihr findet uns auf direktem Weg, von der U1 oder S1 /Haltestelle Wandsbeker Chaussee, zur Ausländerbehörde.
Wenn ihr Fragen habt schreibt uns gern unter: cafe-exil@antira.info
Wir freuen uns über euer Kommen zur Eröffnungsfeier oder auch in unseren Öffnungszeiten.

Das Café Exil braucht eure Solidarität!

In der Nacht vom 30. November auf den 01. Dezember wurde das Schaufenster des Café Exils eingeschlagen. Da die Fensterscheiben der umliegenden Läden unbeschädigt sind, glauben wir nicht daran, dass es zufällig ausgerechnet uns getroffen hat. Weil es momentan aber weder Zeug*innen noch andere Anhaltspunkte zur Täter*in gibt wird sich aber möglicherweise nie komplett klären lassen wie es zu unserem kaputten Schaufenster kam.

Was bleibt, ist ein mieses Gefühl.
Neben dem Schock über den Schaden an unserm Raum kommt nun leider auch der finanzielle Schaden. Wir müssen die Kosten in Höhe von ca. 1200 Euro für den Austausch der Scheibe selber tragen.

Die Reparaturkosten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem wir durch unseren anstehenden Umzug ohnehin um eine Sicherung der Finanzierung der neuen (höheren) Raummiete kämpfen. Deshalb brauchen wir jetzt eure Solidarität!
Egal ob Soliparty oder Spende (egal, ob ein Betrag oder monatlich kleine Beträge), wenn ihr eine Möglichkeit habt uns finanziell zu unterstützen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt!

Aber auch wenn ihr eure Zeit investieren wollt, könnt ihr helfen!

Wir suchen zusätzliche Schichtende, um unsere Gäste solidarisch bei Behördengängen, Anhörungen und Alltagsproblemen zur Seite zu stehen!

Kontoverbindung:
Empfänger: VVN/BdA
IBAN: DE 58/ 200 50 550 12111 26 923
Stichwort: Cafe Exil ( wichtig für die Zuordnung der Spende)
… oder ihr schmeißt Bargeld direkt bei uns im Café in die Spendenbox!

Wenn ihr Interesse habt uns in den Schichten zu unterstützen dann schreibt an cafe-exil@antira.info!

 

Nach wie vor gilt:
Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall!

Dringender Spendenaufruf

Liebe Genoss*innen, Liebe Freund*innen, Liebe Sympathisant*innen,

wir brauchen eure finanzielle Unterstützung!

Für neue Räumlichkeiten…direkt neben der Ausländerbehörde

und zwar nicht nur einmal kurz, sondern auf Dauer. Denn es geht um die Mietkosten des Café Exil für neue Räume.

Im Dezember 2016 ist das Einwohner-Zentralamt, die Ausländerbehörde für alle Menschen ohne langfristig gesicherten Aufenthalt, vom Münzviertel nach Wandsbek umgezogen. Seitdem sind wir mit dem Café Exil nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Behörde. Das hat sich sehr auf unsere Arbeit ausgewirkt.

Zu unserem Arbeitsfeld zählen neben der solidarischen Unterstützung vor allem die Beratung und Begleitung der Menschen im Asylverfahren und bei unsicherem Aufenthaltsstatus. Wir unterstützen und beraten bei der Familienzusammenführung, Dublin-Fällen oder der Verlängerung des Aufenthaltes. Für diese primären Tätigkeitsfelder ist die Nähe zum Einwohner-Zentralamt, wo die meisten dieser Prozesse vonstatten gehen, sehr hilfreich.

Nun haben wir endlich neue Räume direkt neben der Ausländerbehörde gefunden!

Doch leider ist die neue Miete sehr viel teurer als unser alter (25 jähriger) Mietvertrag. Wir müssen nun fast 3x so viel Miete zahlen.

Hier ist eure finanzielle Unterstützung gefragt!

Das Café Exil finanziert sich komplett durch private Spenden, da nur so politische Unabhängigkeit zu gewährleisten ist. Aus diesem Grund nehmen wir keine Spenden von Parteien, staatlichen Einrichtungen oder von ihnen finanzierten Stiftungen an. Gerade diese Institutionen sind für die derzeitige Politik der Ausgrenzung und Abschiebungen verantwortlich.
Von diesen Spenden decken wir grundlegende Kosten wie z.B. Miete, Strom, Wasser, Telefon, Getränke etc. ab, welche unabdingbar für die Unterstützung unserer Gäste sind! Alle Aktivist*innen des Café Exils engagieren sich unentgeltlich.

Also: Spendet massenhaft!

Uns ist jede Spende willkommen, aber natürlich wären Dauerspenden, die verlässlich und kontinuierlich kommen für die Absicherung der Miete sehr hilfreich.

Für Spenden über 200 € stellen wir gern eine Spendenbescheinigung aus. Für Beträge unter 200 € genügt der Überweisungsbeleg.

Wenn ihr euch eine Dauerspende vorstellen könnt und eine Spendenbescheinigung braucht, dann macht bitte folgendes:

überweist einen Jahresbeitrag (z.B. 12 x 15 Euro = 180 Euro anstatt monatlich 15 Euro)

und gebt in dem Verwendungszweck zusätzlich eure Adresse an, dies vereinfacht einiges beim Ausstellen der Spendenbescheinigungen.

Den Dauerauftrag richtet ihr dann gerne ein für unser Konto:


Empfänger: VVN/BdA
IBAN: DE58 200 50 550 12111 26 923
BIC: HASPDEHHXXX (Hamburger Sparkasse)
Stichwort: „Info-Café“ (wichtig für die Zuordnung der Spende!)

Um sicherzustellen, dass durch neue Dauerspender*innen eine baldige Kündigung der bestehenden Räume und eine Neuanmietung zum Anfang des Jahres möglich ist, bitten wir euch, uns eure neue Dauerspende kurz schriftlich (cafe-exil@antira.info) mitzuteilen.

Auch bei Fragen oder weiteren Ideen zur Finanzierung unserer neuen Räume meldet euch gerne per mail.

Vielen, vielen Dank vorab!

 

Welcome United Parade 29.09.2018

Aufruf zu WELCOME UNITED (Quelle: https://www.welcome-united.org/de/aufruf/)

GEGEN ABSCHIEBUNG, AUSGRENZUNG UND RECHTE HETZE –
FÜR BEWEGUNGSFREIHEIT UND GLEICHE RECHTE FÜR ALLE!

Der 29. September 2018 ist schon jetzt der schönste Tag des Jahres. Er wird unser Tag. Wir sind viele, wir sind verschieden und wir kämpfen jeden Tag vor unserer Haustür. Im September kommen wir alle zusammen. Wir kommen nach Hamburg, mit Autos, Zügen und Bussen. Aus Dörfern und Städten, aus Lagern und Camps, von Willkommensinitiativen und Hilfsorganisationen, von Baustellen, Schulen und Unis. Mit Lautsprecherwägen, Performances, Texten, Musik und Karneval verjagen wir die Kälte, den Rassismus, die Herzlosigkeit aus den Straßen der Stadt. Gemeinsam zeichnen wir ein Bild auf der Straße: das Bild unserer Freundschaft, das Bild eines solidarischen, vielfältigen und angstfreien Lebens. Wenn wir uns bewegen, bewegt sich die Welt!

Aufruf zur antirassistischen Parade in Hamburg, 29. September 2018

UNITED AGAINST RACISM

Gegen die Lügen!

Die Geschichten, die uns jeden Tag verkündet werden, sind nicht zu ertragen. Sie sind eine Beleidigung und sie sind gelogen. Es wird gesagt, das Problem sind Geflüchtete, während sie im Mittelmeer ertrinken. Es wird gesagt, dass die Grenzen der Integrationsfähigkeit erreicht sind, während ein rassistischer Mob völlig ungeniert im Bundestag und auf der Straße tobt. Es wird ausgerechnet, dass die „Kosten der Integration“ steigen, während uns Sprachkurse und Arbeit verweigert und Unsummen für Abschiebebürokratie und Schikanen ausgegeben werden. Es wird von Gewalt geredet – und währenddessen werden Kinder aus ihren Betten und Schulklassen entführt, um sie in völlig fremde Länder abzuschieben.

Es ist leicht uns zu beschimpfen und auszuschließen, denn viele von uns sind sowieso ganz unten. Wir sind vor Krieg, Hunger, Armut und Elend geflohen. Viele von uns kamen, weil der globale Kapitalismus unsere Leben zerstört hat. Unsere Familien dürfen nicht kommen, weil unsere Liebe und unsere Sehnsucht hier nichts bedeuten. Die Regierung will die Grenzen schließen und uns in neue Lager stecken. Wir wollen ganz sicher kein Mitleid, wir sind Menschen, keine Opfer. Aber wir sagen: Hier zeigt sich, wie demokratisch diese Demokratie ist. Nicht die Boote auf dem Mittelmeer sind eine Gefahr für uns alle, sondern der in ganz Europa tobende und mordende Rassismus.

Das Problem heißt Rassismus!

Im Jahr 2017 sind über 3.000 Menschen auf dem Mittelmeer gestorben oder verschwunden, weil sie Europa erreichen wollten. Ihr Tod war nur eine Kurznachricht wert. Die Namen der Toten bleiben ungenannt. In Deutschland wurden im gleichen Zeitraum 2.200 Angriffe auf Unterkünfte von Geflüchteten gezählt. 180 Mal wurden solidarische Helfer*innen angegriffen. 950 Mal traf es Muslime und muslimische Einrichtungen. 1.453 antisemitische Straftaten wurden registriert. Über 5,5 Millionen Wahlberechtigte wählten bei der letzten Bundestagswahl die offen rassistische AfD. Und wir haben den NSU noch lange nicht vergessen, der jahrelang unbehelligt morden konnte.

Daran denken wir, wenn gesagt wird, Deutschland werde immer gefährlicher. Denn mal ehrlich: Wer sitzt in den Unterkünften und hört, wenn nachts die Scheiben klirren? Wer wird auf der Ausländerbehörde schikaniert? Wer wird in illegalen Jobs und in unbezahlten Praktika ausgebeutet? Wer putzt die Teller, die Toiletten und die Eigenheime? Wer lebt und arbeitet seit Jahrzehnten hier und bleibt doch immer nur „Gast“? Nein, für uns geht keine heile Welt unter, weil die AfD jetzt mit 13% im Bundestag sitzt.

Die Wahrheit geht anders!

Wir stehen jetzt auf. Erneut und nicht zum letzten Mal. Gegen diesen rassistischen Irrsinn, gegen diese verdrehte Welt, gegen diese herzlose Heimat, gegen die eingemauerte Gemeinschaft, gegen die Politik der Ausgrenzung. Wir trennen uns nicht und lassen uns nicht spalten. Ob „Deutscher“ oder „Ausländer“, ob „Flüchtling“ oder „Sachse“, ob aus Dortmund oder Damaskus, ob aus Afrin oder Athen, ob aus Kabul oder Kassel: Das ist uns schon lange egal. Es geht um uns alle. Es geht darum, wie und in welcher Gesellschaft wir miteinander leben wollen.

Wir haben längst angefangen, eine andere Welt zu bauen. Wir haben bei uns begonnen. Unsere Türen stehen offen. Egal woher wir kommen, wir kennen einander, wir haben unsere Telefonnummern, wir sind lebendige Anlaufstellen, sind alle längst Expert*innen und Freund*innen geworden. Mit jeder gemeinsam erledigten Aufgabe und durch gegenseitige Hilfe sammeln wir neue Stärke. Ob bei der Behörde, auf dem Rettungsboot im Mittelmeer, beim Jobcenter, bei der Wohnungsbesichtigung oder in der Schule. Wir werden nicht aufhören, alte und neue Machtstrukturen und das weltweite System des Kolonialismus zu bekämpfen. Wir verteidigen unsere Körper und unsere Würde – gegen Sexismus, Rassismus und jede Art von Gewalt!

Grenzen einreißen!

Was wir miteinander erleben, ist wichtig und groß. „Welcome United“ in Berlin im September 2017 war ein Fest und ein Anfang. Wir haben für unsere Stimme und unsere Rechte demonstriert, aber viel wichtiger noch – wir haben uns selbst neu gefunden: Wer und wie viele wir sein können. Und wir haben gezeigt, dass wir Städte und Viertel, unsere Freund*innen und Nachbarn, Grenzen und Horizonte bewegen können. Lasst uns weitermachen und neu beginnen. Keine Angst mehr. Keine Schreckstarre. Kein Alleinsein. Keine Unterwürfigkeit. Wir gehen auf die Straße, weil wir eine Zukunft wollen. Eine Zukunft für alle.

Darum wollen wir uns wieder versammeln: zu einer großen Parade des Antirassismus und der Solidarität in Hamburg. Es mag die Zeit des Egoismus, der Kälte und des Rassismus sein. Es mag schönere Zeiten geben, aber diese ist unsere. Das, was jetzt passieren muss, hat längst begonnen. Wir sind viele – und viel mehr, als wir denken.

Wir rufen auf zur bundesweiten Demonstration am 29. September in Hamburg.

Kommt alle zur Parade für Teilhabe, gleiche Rechte und Solidarität

We’ll Come United!

Mitarbeiter_innen für unsere Schichten gesucht!

Wir suchen derzeit dringend Leute für unsere Schichten. In unserem Flyer findet Ihr weitere wichtige Informationen 🙂

Solidarität für Kofi – Abschiebe-Stop jetzt

Mit dem Brand in der Nacht auf Sonntag (14.02.2016) hat nicht nur der Pudel-Club sein Dach verloren. Auch Kofi, der neben dem Pudel im Park Fiction lebte, verlor mit dem Brand seine Bleibe und notwendigen Papiere. Aktuell ist davon auszugehen, dass Kofi Hauptzeuge der Brandstiftung ist.

Am nächsten Tag ging er in Begleitung des Café Exils zur Ausländerbehörde, um seine Meldeauflage ein weiteres Mal zu verlängern.

Doch dies war nicht der Plan der Ausländerbehörde. Er wurde in der Behörde verhaftet und sollte völlig unvorbereitet nach Italien abgeschoben werden. Die Bundespolizei war aber gezwungen die Abschiebung abzubrechen, da mit vielfältigem Widerstand zu rechnen war. Kofi befindet derzeit in Abschiebehaft in Eisenhüttenstadt.

Neben den rechtlichen Schritten ist nun breite Solidarität gefordert.

Kofi ist Teil der Gruppe Lampedusa in Hamburg– auch wenn dies der Senat in den letzten Tagen immer wieder bestritten hat. Gemeinsam kämpfen sie seit Jahren für eine Anerkennung ihrer italienischen Papiere, die Arbeitserlaubnis und die Anerkennung von §23 Aufenthaltsgesetz.

Der Vorfall verdeutlicht die Misslage in der sich die Geflüchteten der Gruppe Lampedusa in Hamburg und viele andere befinden und welcher existenziellen Unsicherheit sie täglich ausgesetzt sind.

Am Beispiel dieses Schicksals wird das Versagen des europäischen Asylkonzepts deutlich, dass die Menschen innerhalb Europas hin – und herschiebt und immer wieder in das Land der ersten Aufnahme zurückverweist, obwohl genau diese Länder keinen angemessenen und menschenwürdigen Flüchtlingsschutz mehr garantieren können.

Wenn ein Land den Asylbewerber abgelehnt, ist er in der ganzen EU abgelehnt. Aber wenn sie in Italien anerkannt sind, dürfen sie nicht in einem anderen EU Land leben.

Angesichts der politischen Dimension des Themas und der Not der Betroffenen wäre es an der Zeit, dass der Senat ein Bleiberecht für die Mitglieder der Gruppe Lampedusa in Hamburg ermöglicht.

Täglich steigen die Zahl der Abschiebungen – in die als sicher erklärten Herkunftsländer oder zurück in das erste Land der Einreise, an die Ränder Europas. Die Hauptverantwortung wird damit an die europäischen Außengrenzen verlagert. Deutschland gehört zu den Hauptprofiteuren dieses Systems. Die Abschiebungen, die zum Teil unbemerkt geschehen werden sichtbar. Bereits die Schüler_innen der Stadtteilschule am Hafen fragten letzte Woche „Wo sind unsere Mitschüler?“

Gegen die Abschiebepraxis nach der Willkommenstüte !!!!!!!

Für eine Europa ohne Grenzen – Bleiberecht für Alle! Überall !

Kommt morgen, Freitag 19.02., um 20:30 Uhr zur Demo ab FC St. Pauli Stadion Südkurven Vorplatz!

Die Welt ist ein Pudel und alle Pudel bleiben hier !

Bericht von verhinderter Abschiebung am 15.02.

Am 15.02.2016 sollte der Hauptzeuge des Brandes des Golden Pudel Club völlig unvorbereitet nach Italien abgeschoben werden. Diese Abschiebung konnte durch eine solidarische Aktion vorerst verhindert werden. Was ist passiert?

 
Die Person ist ein regelmäßiger Gast im Café Exil und bereits seit einiger Zeit von Abschiebung bedroht. In diesem Zusammenhang hat er uns seine Fluchtgeschichte erzählt, die wir mit euch teilen dürfen:
Im Zuge der Vorbereitung auf die Fußball Afrikameisterschaft (Africa Cup of Nations) 2008 in Ghana, wurde seine Tischlerei in Kumasi / Ghana abgerissen und ihm damit seine Existenzgrundlage genommen. Aus diesem Grund floh er 2006 nach Libyen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Durch den beginnenden Bürgerkrieg 2011 in Libyen war er gezwungen, über das Mittelmeer nach Lampedusa und dann weiter nach Sizilien zu fliehen. Dort lebte er ohne Arbeit in einem Camp und blieb dort, bis dieses geschlossen und er dadurch obdachlos wurde.
Im September 2015 kam er schlussendlich nach Hamburg und fand eine vorübergehende Bleibe in der St. Pauli Kirche am Park Fiction. Anschließend lebte er zunächst mit weiteren Menschen, später alleine im Vorbau auf der Terrasse des Golden Pudel Club. Seinen Lebensunterhalt bestritt er durch das Sammeln von Flaschen. Im Zuge dessen wurde er im Oktober 2015 beim Abgeben von Leergut in einem Supermarkt auf St.Pauli vom dortigen Sicherheitsdienst körperlich so stark angegangen, dass sein Trommelfell riss.

Die hinzugezogene Polizei nahm ihm daraufhin seinen Reisepass ab, allerdings keine Anzeige auf.
Was nun folgte war eine Einladung seitens der Ausländerbehörde unter dem Vorwand, seine sichergestellten Ausweisdokumente abholen zu können. Als er den Termin wahrnahm, wurde mit ihm ein unangekündigtes Interview durchgeführt. Der anwesende Dolmetscher war sichtlich parteiisch im Sinne der Ausländerbehörde. Eine Unterschrift seitens unseres Gastes unter das Verhörprotokoll wurde verweigert. Der Sachbearbeiter der Ausländerbehörde, der namentlich bekannt ist, wurde sogar übergriffig. Unserem Gast wurde gleichwohl die Abschiebung aus Deutschland nach Italien angedroht.
Bei einem weiteren Termin zur Erneuerung der Meldeauflage wurde unserem Gast sowohl eine  Grenzübertrittsbescheinigung als auch ein Einreiseverbot von 3 Jahren, sowie ein Flugticket für den 07. Dezember ausgehändigt. Er fand sich rechtzeitig zu dem geplanten Flug nach Italien am Flughafen ein, wurde allerdings vom Flughafen mit einer erneuten Meldeauflage weggeschickt. Diese wurde bis zum 15.02.2016 immer wieder verlängert.
In der Zwischenzeit überlegte er sich, freiwillig in seine Heimat nach Ghana über das REAP / GARP Programm zurückkehren – nach den Jahren auf der Straße, ohne gesicherten Aufenthaltsstatus und den erlebten staatlichen Repressionen verlor er jegliche Hoffnung auf einen dauerhaften Verbleib in Deutschland. Um die Rückführung durchzuführen, musste ein Reisepass aus Ghana ausgestellt werden – hierzu wäre eine Duldung mit einer Gültigkeit von mindestens 4 – 6 Wochen wichtig gewesen. Doch dazu ließ es die Ausländerbehörde nicht kommen.

Am Samstag, den 13.02.2016 wurde er gegen 21:00 Uhr von einer ihm unbekannten Person an seinem behelfsmäßigen Zuhause angesprochen. Die Person wollte wissen „was er denn dort tun würde?“. Nach einem kurzen Gespräch ging er wieder zurück in seine Behausung um dort etwas zu Essen, bevor er gegen 0:00 Uhr in den Pudel Club ging. Dort blieb er bis er mit den anderen Gästen evakuiert wurde. Nachdem er realisierte, dass neben dem Dachstuhl auch sein Zuhause in Flammen stand, versuchte er seine Habseligkeiten (unter anderem alle für ihn relevanten Papiere, sowie Kleidung) zu retten, wurde aber von der mittlerweile eingetroffenen Polizei zurückgehalten.Von eben dieser wurde er in das PK 41 (Davidswache) verbracht, um zu den Vorkommnissen auszusagen. Anwesend war eine Brandermittlerin der Hamburger Polizei, die ihm auch einige Fotos von Menschen zeigte, um einen möglichen Tatverdächtigen zu identifizieren. Hier konnte er aber kein Foto der unbekannten Person zuordnen. Aktuell ist davon auszugehen, dass er der Hauptzeuge im Kontext des Brandes im Golden Pudel Club ist.
Das Café Exil konnte ihn am Sonntag bei einer solidarischen Gruppe unterbringen, so dass er einen Schlafplatz für die Nacht von Sonntag auf Montag hatte. Diesen hätte er auch bis zu einer möglichen freiwilligen Rückreise nach Ghana nutzen können.
Am Montag um 12:30 ging unser Gast dann mit einem Genossen aus dem Cafe Exil in die Ausländerbehörde, da er dort seine Meldeauflage ein weiteres Mal verlängern wollte. Kaum dort eingetroffen, wurde er von 5 Polizisten umringt. Bei dem Versuch seine Situation zu erklären, stießen er und sein Begleiter auf vollkommenes Desinteresse der Beamten. Auf die Frage, ob er einen Anwalt anrufen könnte, wurde der Zugang zu einem Telefon verweigert.
Letztlich hat der Begleitende über das Handy des Betroffenen den Anwalt erreichen können. Dieser bat darum innerhalb von 2 Minuten zurück zurufen. Der zuständige Beamte der Ausländerbehörde verneinte dies mit der Begründung, dass jetzt ein Anruf getätigt worden sei und dem Betroffenen kein weiterer Anruf zur Verfügung stünde. Anschließend wurde der Begleiter durch die Leiterin für Abschiebemaßnahmen aufgefordert den Raum zu verlassen und die Maßnahme nicht weiter zu behindern. Die Polizisten begannen unverzüglich mit der Durchsuchung des Betroffenen und schlossen die Tür. Daraufhin rief der Anwalt zurück, eine Übergabe des Telefons an den
Betroffenen war nicht möglich. Erst nachdem der Anwalt aufgelegt hatte, konnte der Begleitende das Handy über die Leiterin für Abschiebemaßnahmen an den Betroffenen zurückgeben.
Nachdem klar wurde, dass der Betroffene sofort zur Abschiebung zum Hamburger Flughafen gebracht werden sollte, rief das Café Exil um 13:00 Uhr zu einer Kundgebung am Flughafen auf.
Hier fanden sich, innerhalb kürzester Zeit, ca. 50 Demonstrant_innen ein und fingen an alle Passagiere über die bevorstehende Abschiebung zu informieren. Schnell war klar, dass die Abschiebung in einem Linienflug von Air Berlin stattfinden sollte. Da der Verdacht der Bundespolizei bestand einige Aktivist_innen könnten sich Tickets für eben diesen Flug gekauft haben, und sich somit an Bord der Maschine befinden, und der Betroffene
Widerstand leistete war die Bundespolizei gezwungen die Abschiebung abzubrechen.
Er wurde nicht in den Flieger gesetzt aber sofort in Untersuchungshaft genommen.

Ein Haftprüfungstermin am Vormittag des 16.02. war erfolglos und es wurde angeordnet, dass er bis zu seinem nächsten Abschiebetermin (am 16.03.) im Abschiebeknast in Eisenhüttenstadt zu bleiben hat. Aktuell gibt es Bemühungen den Haftgrund durch einen festen Wohnsitz zu beseitigen.

Das Café Exil zeigt sich weiterhin aktiv solidarisch und bleibt ihm Kontakt mit den Anwält_innen und den Freunden des Betroffenen (wenn wer Fragen hat, gerne im Café Exil melden).
Presseanfragen bitte nur über http://cafe-exil.antira.info/kontakt/presse/ oder an 0151763827914.

Café Exil

Hammer Straße 10
22041 Hamburg
Tel: 040 23 68 216 oder
040 88 23 86 82
Fax: 040 63 67 31 02
Öffnungszeiten:
Mo, Di 8-14h
Do 15:30-18h
Fr: 9-13h nur für FRAUEN / women-only
Mi: geschlossen