Solidarität für Kofi – Abschiebe-Stop jetzt

Mit dem Brand in der Nacht auf Sonntag (14.02.2016) hat nicht nur der Pudel-Club sein Dach verloren. Auch Kofi, der neben dem Pudel im Park Fiction lebte, verlor mit dem Brand seine Bleibe und notwendigen Papiere. Aktuell ist davon auszugehen, dass Kofi Hauptzeuge der Brandstiftung ist.

Am nächsten Tag ging er in Begleitung des Café Exils zur Ausländerbehörde, um seine Meldeauflage ein weiteres Mal zu verlängern.

Doch dies war nicht der Plan der Ausländerbehörde. Er wurde in der Behörde verhaftet und sollte völlig unvorbereitet nach Italien abgeschoben werden. Die Bundespolizei war aber gezwungen die Abschiebung abzubrechen, da mit vielfältigem Widerstand zu rechnen war. Kofi befindet derzeit in Abschiebehaft in Eisenhüttenstadt.

Neben den rechtlichen Schritten ist nun breite Solidarität gefordert.

Kofi ist Teil der Gruppe Lampedusa in Hamburg– auch wenn dies der Senat in den letzten Tagen immer wieder bestritten hat. Gemeinsam kämpfen sie seit Jahren für eine Anerkennung ihrer italienischen Papiere, die Arbeitserlaubnis und die Anerkennung von §23 Aufenthaltsgesetz.

Der Vorfall verdeutlicht die Misslage in der sich die Geflüchteten der Gruppe Lampedusa in Hamburg und viele andere befinden und welcher existenziellen Unsicherheit sie täglich ausgesetzt sind.

Am Beispiel dieses Schicksals wird das Versagen des europäischen Asylkonzepts deutlich, dass die Menschen innerhalb Europas hin – und herschiebt und immer wieder in das Land der ersten Aufnahme zurückverweist, obwohl genau diese Länder keinen angemessenen und menschenwürdigen Flüchtlingsschutz mehr garantieren können.

Wenn ein Land den Asylbewerber abgelehnt, ist er in der ganzen EU abgelehnt. Aber wenn sie in Italien anerkannt sind, dürfen sie nicht in einem anderen EU Land leben.

Angesichts der politischen Dimension des Themas und der Not der Betroffenen wäre es an der Zeit, dass der Senat ein Bleiberecht für die Mitglieder der Gruppe Lampedusa in Hamburg ermöglicht.

Täglich steigen die Zahl der Abschiebungen – in die als sicher erklärten Herkunftsländer oder zurück in das erste Land der Einreise, an die Ränder Europas. Die Hauptverantwortung wird damit an die europäischen Außengrenzen verlagert. Deutschland gehört zu den Hauptprofiteuren dieses Systems. Die Abschiebungen, die zum Teil unbemerkt geschehen werden sichtbar. Bereits die Schüler_innen der Stadtteilschule am Hafen fragten letzte Woche „Wo sind unsere Mitschüler?“

Gegen die Abschiebepraxis nach der Willkommenstüte !!!!!!!

Für eine Europa ohne Grenzen – Bleiberecht für Alle! Überall !

Kommt morgen, Freitag 19.02., um 20:30 Uhr zur Demo ab FC St. Pauli Stadion Südkurven Vorplatz!

Die Welt ist ein Pudel und alle Pudel bleiben hier !

Café Exil

Hammer Straße 10
22041 Hamburg
Tel: 040 23 68 216 oder
040 88 23 86 82
Fax: 040 63 67 31 02
Öffnungszeiten:
Mo, Di 8-14h
Do 15:30-18h
Fr: 9-13h nur für FRAUEN / women-only
Mi: geschlossen