SO NICHT! – Rassistischer Imagefilm des Uni-AStAs

Bereits ein paar Wochen ist es her, da hat der AStA der Universität Hamburg (UHH) einen Imagefilm vorgestellt, der offiziell für denselbigen werben soll. Man kann diesen stümperhaft gemachten Film aus vielen Gründen kritisieren. Vor allem enthält er aber immens viele diskriminierende Momente gegenüber Mitgliedern unterschiedlicher Gruppen. Frauen, Obdachlose, Linke oder Migrant_innen, alle werden gleichermaßen stereotypisiert dargestellt. Eine der ersten Szenen ist dann direkt rassistisch: In ihr treten Schwarze Frauen als stereotyp afrikanische, aggressive Putzfrauen auf. Schlimm genug, dass diese gruseligen Szenen existieren, sie werden von den Verantwortlichen auch noch als „Satire“ verteidigt. Dabei sind sie in keinster Form witzig oder kritisch, wie gute Satire eigentlich sein sollte. Auf ausführliche und laute Kritik reagiert der AStA indem er versucht sich mit einer entschuldigenden Pressemitteilung herauszureden, fügte dann aber hinzu:

Bei der Premiere des Filmes im Abaton-Kino kam es zu weiteren Unklarheiten. Hierzu wurde in der Kritik vom eingetragenen Verein „der braune mob“ zurecht auf die Bezeichnung „Schwarzer“/“Weißer“ eingegangen. Ergänzend ist dazu anzumerken, dass auch die Bezeichnung „Schwarzer“/“Weißer“ nicht abschließend unproblematisch ist, da auch Selbstbezeichnungen und die Bezeichnung eines Menschen mit einer vermuteten Selbstbezeichnung zu Schwierigkeiten mit anderen Menschen führen können.
[…]
Dies macht klar, dass die Überwindung von Rassismus ein schwieriges und wichtiges Unterfangen ist und nur durch einen offenen Dialog ohne vorverurteilende Anschuldigungen zwischen Menschen geschehen kann.

Stimmt. Die Überwindung von Rassismus ist schwer. Doch als eine Organisation die u.a. explizit gegen institutionalisierten Rassismus kämpft sagen wir: SO NICHT! Kein Rassismus wird durch eine rassistische Werbekampagne der studentischen Vertretung einer öffentlichen Bildungsinstitution überwunden. Rassismen wiederzugeben wird nie helfen sie abzubauen. Und denjenigen, die versuchen auf durchdachte Weise an das Thema heranzugehen vorzuhalten keine endgültige Lösung für das Bezeichnungsproblem gefunden zu haben, ist mehr als nur peinlich. Es ist scheiße.

Eine Aufzeichnung der Premiere des Films die auf youtube.com veröffentlicht wurde und viele kritische Stimmen und Hempels uneinsichtige Antworten darauf enthält, wurde vom Asta bereits gesperrt. Wer sich selbst ein Bild machen möchte kann sie sich jedoch hier ansehen:
http://vimeo.com/stupanews/asta-abaton
Inzwischen ist der Imagefilm zudem mit der lächerlichen Bemerkung „Dieser satirische Kurzfilm ist bewusst überzeichnend, provokant und karikiert einen kleinen Ausschnitt des AstA Alltags…“ auf www.asta-uhh.de veröffentlicht worden. Der Kulturbeauftragte des Astas Timo Hempel (Juso-Liste) hatte Gerüchten zufolge schließlich auch 10.000 Euro aus dem Etat für seine Produktion locker machen lassen.

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